mittendrin im sterben

“… nun sehen wir mehr eine planetare Sterblichkeit als eine Sterblichkeit individueller Personen. Wir müssen durch ein Sterben unserer ganzen Identität, dessen wie wir sind in Relation zur Natur. Wer wir sind relativ zum Kosmos … Und die Frage ist: wird diese Art einer `Nahtoderfahrung´, durch die wie jetzt in Zeitlupe gehen, ausreichend sein um genügend von einer psycho-spiritueller Verwandlung zu katalysieren, in ausreichend Menschen, so dass diese Menschen als Zentren der Einsicht und des Ausgleichs dienen, um das Ganze zu informieren?"

(Richard Tarnas)

 

 

Lange Zeit sind wir zumeist und im Zweifelsfall mit der frühlingshaft, sommerlichen Bewegung gegangen. So weit und so lange schon, dass uns die herbst- und winterlichen Qualitäten des Innehaltens und Sterbenlassens fast gänzlich abhanden gekommen sind. Der Tod ist kein gern gesehener Gast. Immer mehr und immer weiter hinaus war die Maxime und nicht zurück. Es ist ein Virus, das uns anderes lehrte und immer noch lehrt: Lock- und Shutdowns, Einschränkungen und nicht Erweiterungen in der Mobilität, im Kontakt.

 

Unsere Bewegungen bleiben nicht ohne Folgen. Die Auswirkungen unseres ‚ewigen Sommers‘, sie sind spürbar. 80% des Waldes sind krank, so der Waldschadensbericht der Bundesregierung. Wer mit offenen Augen und mit offenem Herz dieser Tage durch unsere Wälder geht, er kann das Sterben sehen und fühlen. Wie sind wir damit?  Und auch in den Städten, in den Gesichtern der Menschen, gar denen uns Nächsten, kann man die Folgen sehen. Müdigkeit und Erschöpfung zeigen sich. Wenn die Kräfte da draußen schwinden, schwinden sie auch in uns.

 

Wir stehen kollektiv wie ganz persönlich an einer Schwelle. Ein ‚weiter so‘ macht keinen Sinn. Es beschleunigt nur den Erschöpfungs- und Sterbeprozess.

 

Können wir unsere Bewegungen zurück nehmen, innehalten, still werden? Können wir lauschen, nach außen wie nach innen, um zu hören, was ist und was not-tut? Es braucht ein neues Gleichgewicht, einen neuen Ausgleich. Sind wir bereit, Bekanntes und Gewohntes zu lassen, bereit, Altes sterben zu lassen, um so dem Neuem, noch Unbekannten Raum zu geben? Was braucht es, von uns ganz persönlich und uns als Gemeinschaft jener, die nicht mehr länger die Augen und Herzen verschliessen wollen?

 

Hierbleiben und Wachen, auf dass das Sterben gelingen mag und Neues entstehen kann. Das heisst, die Nacht zu durchwandern, die Angst aushalten, da zu bleiben und zu wachen. Es braucht die Entschiedenheit nicht weg zu gehen in ein „das wird schon wieder“ oder ein „ist doch alles nicht so wild“. Der Tod, er kann nicht übersprungen werden. Neues entsteht aus ihm allein.

 

So möchten wir euch einladen, mit uns gemeinsam zu wachen, dem Sterben ein Auge und Gehör zu geben, der Not ein offenes Herz. Hier drinnen in uns und da draußen in der Natur. Einsam und gemeinsam, im Gang durch die Natur, im Gespräch im Netz.

 

Freitag

Gemeinsames Einfinden in Zeit und Ort. Wie erleben wir diese Zeit, was zeigt sich in uns und um uns herum. Wir wollen in stiller Weise, dem Erfahrenen Raum geben, aufeinander hören, sammeln, uns gegenseitig Ohr und Herz leihen. Uns ausrichten für die Erfahrung am Samstag. Einführung in die besondere Gangart des Schwellenganges.

 

Samstag

Ritueller Schwellengang. Jeder und jede von uns geht für sich einen Tag über eine rituell gesetzte Schwelle hinaus in die Natur. Wir lassen das Bekannte zurück, um dem Unbekannten zu begegnen. Im Spiegel der Natur. Außen wie innen. Mit offenen Augen, Ohren, Sinnen, einem offenen Herz.

 

Sonntag

Wir hören voneinander. Von unseren Gängen jenseits der Schwelle. Bereit im Spiegel des Erzählten Eigenes im Anderen wiederzufinden: feine Fäden, Zusammenhänge, Wegzehrung in unruhiger Zeit. 

 

informationen

SEMINARZEITEN

07. - 09. Mai 2021

 

  • Freitag ZOOM von 19.00 - 21.00
  • Samstag individueller Schwellengang von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang
  • Sonntag ZOOM von 09.00 - ca. 12.00             (je nach Teilnehmerzahl)

 

 

SEMINARLEITUNG

Clemens Zeller -  Dipl. Psychologe und  Visionssucheleiter 

Nadine Santo - Dipl. Pädagogin und Familienstellerin

 

HONORAR 

120 €